Ziele definieren: Diese Tipps und Beispiele könnten dir helfen

action-aerial-soccerfieldZiele zu definieren ist ein essentieller Teil unseres Lebens. Unternehmen müssen ihre Business-Ziele setzen, Manager und Mitarbeiter persönliche Zielsetzungen im Job definieren und auch im privaten Umfeld benötigen wir laufend bewusst oder unbewusst die Fähigkeit Ziele zu setzen.

Dabei stelle ich immer wieder fest, wie viele Menschen sich unheimlich schwer tun tatsächliche Ziele zu setzen.

Ich möchte daher möglichst kompakt definieren was ein Ziel ist, ein paar Herausforderungen herausarbeiten und dann mit praktischen Beispielen dabei helfen, Ziele zu formulieren.

Definition

Im Wörterbuch finden sich folgende Definitionen, die schon einmal sehr hilfreich sind:„Punkt, Ort, bis zu dem jemand kommen will, den jemand erreichen will.“ Hier denkt man etwa an eine Reise.
Oder im sportlichen Sinne: „Ende einer Wettkampfstrecke (das durch eine Linie, durch Pfosten o. Ä. markiert ist).“

Sehr hilfreich, weil so schön kurz und knackig finde ich die Definition von Marco Elling: „Ein Ziel ist der Endpunkt eines Strebens.“

Definitionen des Begriffs und Nuancen davon gibt es natürlich wie Sand am Meer, und man könnte ewig über Formulierungen und Aspekte davon diskutieren. Meine favorisierte Definition lautet aber wie folgt:

„Ein Ziel ist ein in der Zukunft liegender gewünschter Zustand, der sich von der derzeitigen Situation unterscheidet.“

SMART Modell

Wenn man über Ziel-Definition spricht kommt man natürlich nicht am beliebten – und tatsächlich sehr hilfreichen –  SMART Modell vorbei. Es wurde dazu genug im großen weiten Web geschrieben, daher hier nur ganz kurz zum Überblick. Ziele müssen folgende Eigenschaften haben:

S: Specific (spezifisch,  konkret, also eindeutig definiert)
M: Measurable (messbar)
A: Achievable (erreichbar)
R: Reasonable (realistisch)
T: Time-bound (terminiert, also mit einem Zeitpunkt versehen)

Herausforderungen

Ich erlebe immer wieder drei Herausforderungen, die Menschen mit der Erarbeitung von Zielen haben:

Herausforderung 1: Viele Menschen tun sich schwer, tatsächlich konkrete Ziele zu definieren und bleiben viel zu allgemein. Bei ihren „Zielen“ handelt es sich dann eher um Wünsche, Absichten, Träume oder Hoffnungen.

Beispiele dafür:

  • „Weltweiter Marktführer in der Metallbranche werden.“
  • „Einmal einen Beruf haben in dem ich viel Geld verdiene.“
  • „Mehr Menschen mit unseren Websiteinhalten erreichen.“

Solche „Ziele“ sind unspezifisch, haben keinen zeitlichen Rahmen und können nicht konkret gemessen werden. Sie gehen eher in Richtung Vision.

Herausforderung 2: Ein beliebter Fehler bei der Erstellung von Zielen ist es, in Wirklichkeit eine Liste an To-Do’s zu erstellen. Man versucht zwar konkret zu sein, doch enden dann viele dabei, nur aufzulisten was sie so alles tun möchten um zum Ziel zu gelangen. Es entsteht ein Maßnahmenkatalog.

Beispiele dafür:

  • „Ein Meeting pro Woche mit Abteilung XY findet statt.“
  • „Neues Reporting Tool wurde eingeführt.“
  • „Kundenfeedback-Prozess überarbeiten.“

Herausforderung 3: Sehr oft gibt es unterschiedliche Verständnisse davon, wie groß oder langfristig ein Ziel sein sollte um als solches zu gelten. Das ist ganz natürlich.

Wenn ich von Wien nach Paris möchte, ist mein Ziel Paris. Doch brauche ich eventuell auch Zwischenziele, wie München oder Stuttgart.

In Meetings erlebt man dieses Syndrom sehr oft. Mitarbeiter können sich auch nach langer Diskussion nicht auf gemeinsame Ziele einigen, einfach nur, weil sie nicht bemerken, dass sie von unterschiedlichen Ausmaßen sprechen.

Dabei ist es sowohl wichtig, das langfristige Ziel (Paris) zu definieren, als auch die Zwischenziele – ich könnte schließlich auch über Nürnberg und Mannheim nach Paris fahren, statt über München und Stuttgart.

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Goals, Objectives, Targets

Hilfreich ist es daher, sich die Englischen Begriffe, die mit Ziel übersetzt werden, anzusehen. Während wir im Deutschen nur ein einziges Wort haben, gibt es im Englischen neben „Goal“ auch noch „Objective“, „Target“ – und dann zu allem Überfluss auch noch „Aim“.

Zwar herrscht auch in der Englischsprachigen Fachwelt keine endgültige Einigkeit bei der Definition, generell kann man aber sagen:

Goal meint ein längerfristiges, eher weitgefasstes Ziel. Dieses muss nach Ansicht mancher auch nicht zwingendermaßen messbar sein, sich also nicht ganz strikt an das „SMART“ Modell halten.

Objectives hingegen sind sehr konkrete Teilziele, die unbedingt messbar sein müssen. Ziele können immer als Teilziele heruntergebrochen werden – und sollten das auch, wo nötig. Oft ist es gar nicht so einfach, Objectives und Maßnahmen auseinander zu halten, die Grenzen sind hier fast fließend. Objectives kann ich von Maßnahmen jedenfalls dadurch unterscheiden, dass es um das WAS bzw. WO geht und nicht um das WIE. Ich möchte bis dann und dann nach München (Objective). Wie? Ich fahre mit dem Auto (Maßnahme).

Wenn ich etwas nicht mehr in Action-Points herunterbrechen kann, ist es wohl bereits selbst eine Maßnahme und kein Objective mehr. Denn ein Objective kann immer in Maßnahmen heruntergebrochen werden.

Das Objective „Die Personalkosten werden Unternehmensweit bis Ende des Jahres um 15% gesenkt.“ klingt in manchen Ohren eventuell nach einer Maßnahme. Doch gibt es viele verschiedene Maßnahmen die gesetzt werden müssen um dieses Objective zu erreichen (evtl. Kündigungen von Mitarbeitern, Einstellung von jüngerem Personal das weniger kostet, usw.)

Targets wiederum werden von manchen Experten mit Goals gleichgesetzt, meist werden Targets aber als eine weitere Stufe unter Objectives gesetzt. Sie sind ein Indikator dafür, wie erfolgreich ein Objective umgesetzt wurde und gehen bereits in Richtung KPIs (Key Performance Indicators).

Ich würde für die meisten Zielfindungsprozesse empfehlen, sich nur auf Goals und Objectives zu fokussieren, um sich nicht am Ende im Begriffs- und Substruktur-Jungle zu verlieren.

Am wichtigsten ist, dass man sich mit seinem Gegenüber darüber verständigt, wie man die verschiedenen Ziel-Arten definiert.

Um es nochmal am Beispiel von oben zu veranschaulichen: Paris ist das „Goal“ und München das „Objective“.

Beispiele für Ziele: Goals & Objectives

Beispiel 1:
Goal: In drei Tagen bin ich in Paris.
Objective: In einem Tag bin ich in München.
Objective: In zwei Tagen bin ich in Stuttgart.

Beispiel 2:
Goal: In sechs Monaten werden wir unseren Website Traffic um 20% steigern.
Objective: Die Videoeditoren sind bis Ende Monat 2 so geschult, dass sie zukünftig statt fünf Videos sieben Videos pro Monat für die Website produzieren können.
Objective: Die Website ist innerhalb von drei Monaten so SEO optimiert, dass sie auf Google zu den wichtigsten Keywords mindestens  auf Platz 3 ranked.

Beispiel 3:
Goal: Steigerung des Gewinns im kommenden Geschäftsjahr von 100 auf 130 Millionen Euro.
Objective: Drei neue Produkte sind bis Jahresmitte im Verkauf.
Objective: Die Personalkosten werden Unternehmensweit bis Ende des Jahres um 15% gesenkt.

Beispiel 4:
Goal: Ich bin mit 32 Jahren Abteilungsleiter in einem führenden Unternehmen der Branche X.
Objective: Ich absolviere innerhalb der Mindeststudienzeit mein Master Studium Y.
Objective: Ich bin nach den ersten 5 Jahren meines Berufslebens Abteilungsleiterstellvertreter.

Beispiel 5:
Goal: Wir steigern die Aided Brand Awareness im Jahr 20XX von 70 auf 80 Prozent.
Objective: Erhöhung der Kontakte mit unserer Marke innerhalb des ersten Halbjahrs von 2 Millionen auf 3 Millionen Einzelkontakten im Markt XY.
Objective: Steigerung des Produkt Samplings bis Anfang Q2 um 15%.

 

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