Communication

iPhone mit Microsoft Werbung

In China ist alles möglich: Microsoft Werbung im iPhone Format Bildschirm

Als ich nach China kam, war eine der für mich spannendsten Fragen: Wie läuft Marketing in China? Ist es denn überhaupt so anders?

Nach den ersten Eindrücken möchte ich nun einige Monate später ein Zwischenfazit ziehen – und konkret auf die wichtigste Frage in diesem Zusammenhang eingehen: Worauf sollte man achten, wenn man Marketing in China machen möchte?

1. Mehr als Schrift
Der offensichtlichste Unterschied betrifft natürlich die Schriftzeichen. Doch geht dieser Unterschied weit über ein für Westler ungewohntes Erscheinungsbild hinaus. Chinesen haben ein grundsätzlich anderes Verständnis von Kalligraphie.

Gerade als westliches Unternehmen gilt es, den Spagat zwischen internationalem Feeling und chinesischer Welt zu schaffen. Ganz praktisch etwa: Wie sieht die gleiche Website sowohl in englischer als auch chinesischer Sprache gut aus, obwohl chinesische Schriftzeichen durch ihre Quadrat-Grundform viel höher sind? Welche chinesische Schriftart wähle ich, um ein modernes Image zu unterstreichen?

2. Kundenorientierung
Etwas, das weitreichende Auswirkungen auf die Welt des Marketings hat, ist die kaum vorhandene Kundenorientierung. Chinesen sind noch immer gewohnt, dass der (Staats-) Betrieb König ist, nicht der Kunde. Als Verkaufskraft zu einem Kunden freundlich und zuvorkommend zu sein, wozu? Dann verkauft man den Handyvertrag eben einem anderen der 1 Milliarde Chinesen!

Für internationale Unternehmen gilt es also, ihre Mitarbeiter in Sachen Kundenorientierung zu schulen – vom Webdesigner bis zur Verkaufskraft. Kein Wunder, dass etwa Apple nur schrittweise offizielle Stores in China eröffnet und lange in das Training der Mitarbeiter investiert.

3. Mehrsprachigkeit
Ich kann die Erfahrung von ORF China-Korrespondentin Cornelia Vospernik nur unterstreichen, die in ihrem Buch „China Live“ davon erzählt, wie sich die wenigsten Chinesen jemals an einen englischen Firmennamen erinnern.

Doch auch wenn die meisten chinesischen Firmen nur sinnleere englische Kunstnamen verwenden, so ist es doch essentiell für internationale Firmen, diese Internationalität mit ihrem westlichen Namen zu unterstreichen. Chinesen lieben westliche Marken und selbst wenn sie diese nicht aussprechen können, so hat doch das internationale Markenbild eine entscheidende Symbolwirkung.

Auch bei Slogans und anderen Marketingtexten gilt es abzuwägen, wann es Sinn macht das Englische oder das Chinesische in den Vordergrund zu stellen.

4. Mobiles Internet
China hat bekanntlich den Desktop mehr oder weniger übersprungen. Als Internet Device Nummer 1 dient das (meist übergroße) Smartphone. Manche Analysten gehen davon aus, dass bis Ende 2013 in China 500 Millionen davon in Betrieb sein werden. Responsive Webdesign, das sich an mobile Endgeräte entsprechend anpasst, ist also ein Muss in China.

5. Weißraum vs Farbenfroh und überladen
Obwohl internationale Firmen mit ihrem Marketing auch in China den Trend zu mehr Weißraum fördern, gilt für die meisten chinesischen Firmen weiterhin die unausgesprochene Design-Regel: Je bunter, greller und mehr, desto besser.

Als ich etwa unser neues Firmenschild drucken lassen wollte, erntete ich nur völliges Unverständnis, als ich der Druckfirma erklärte, dass der weiße Hintergrund kein Fehler sei. Grün! Blau! Gelb! Alles, aber bitte doch nicht weiß, wurde mir erklärt. Erst nach dreimaligem „Nein, das soll wirklich weiß sein!!“ wurde das Schild wirklich so gedruckt wie gedacht.
Gerade in der überladenen chinesischen Werbelandschaft ist Weißraum der Schlüssel zum Fokus auf die eigene Botschaft.

6. Zielgruppen
Wer Marketing in China machen möchte, muss vor allem einen zentralen Unterschied in der Zielgruppenanalyse verstehen: Stadt und Land sind zwei völlig verschiedene Welten. Von Werten und Bildung über Kaufkraft, bis hin zur Internetnutzung, bestehen gewaltige Unterschiede zwischen städtischer und ländlicher Bevölkerung.

7. Guanxi: Das chinesische Vitamin B
Beziehungen sind in China noch weit wichtiger als in anderen Ländern. Das wirkt sich auch auf die Kommunikationsarbeit aus. Nicht nur in der PR ist daher „Guanxi“ (Beziehung) zentrales Erfolgselement. Relationship Marketing, Mundpropaganda und Social Media Marketing bekommen so in China eine besondere Relevanz.

8. Social Media
Inzwischen sollte sich herumgesprochen haben, dass Facebook, Twitter und Co in China gesperrt sind. Dafür gibt es mit RenRen, Weibo, Youku etc. von fast allen Diensten eine chinesische Kopie. Social Media sind in China unglaublich populär, alleine die microbloggenden Chinesen zählen 273 Millionen. Auf die einzelnen Social Networks einzugehen würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Nur so viel: Es lohnt sich, sich von jemandem, der chinesisch kann in das soziale Reich des chinesischen Internets einführen zu lassen.

9. Cha bu duo: Ungefähr
Wie in so vielen Bereichen des chinesischen Lebens, gilt auch im Marketing: Cha bu duo. Solange es halbwegs gut aussieht, passt es.

Du gehst mit fertiger PDF Datei zu einem der vielen Visitenkarten-Shops und denkst, die Visitenkarte wird dann auch so aussehen, wie geplant? Weit gefehlt! Statt einfach das PDF zu drucken, wird die Visitenkarte (ungefähr) nachgebaut. Hinweise auf die falsche Ausrichtung einiger Zeilen treffen nur auf Unverständnis. Diese übergenauen Ausländer!

10. Platt vs Kreativ
Die chinesischen Bürger haben sich zwar extrem schnell an die Konsumwelt gewöhnt, es scheint jedoch oft so, dass sie damit noch immer nicht wirklich umgehen können.

Daher funktioniert auch offenbar Werbung, die so platt wirkt wie in den USA vor 30 Jahren. Das bedeutet aber auch ein noch ungemein großes Potential für kreative und mutige Werbezugänge.

Resümee
Auf den ersten Blick läuft Marketing in China weitgehend genauso ab wie „bei uns daheim“. Auf den zweiten Blick zeigen sich jedoch höchst spannende Unterschiede.

Das wichtigste ist zu wissen, dass Chinesen einerseits von Westlichem fasziniert sind, zugleich aber auch sehr stolz sind auf ihre eigene Kultur. Hier gilt es als westliches Unternehmen sensibel zu sein und zugleich mit dem eigenen internationalen Image zu Punkten. Es geht darum, die eigenen (westlichen) Standards nicht völlig über Bord zu werfen und zugleich flexibel mit den Anforderungen umzugehen, die die chinesische Marketingwelt mit sich bringt.

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Apple Store ChengduLange musste die 14 Millionen Einwohner Metropole auf ihren ersten Apple Store warten. Nun hat Apple allen i-hungrigen Chinesen in Chengdu (und mir) ein Weihnachtsgeschenk gemacht: Der erste echte Apple Store in der Stadt, in der 80% der letzten iPads produziert wurden, hat letzte Woche eröffnet.

Warum die Betonung auf echt? Schon seit längerem ist ja bekannt, dass in China unzählige gefakte Apple Stores existieren. Alleine in Chengdu gibt es dutzende davon, wie ich seit Sommer selbst feststellen konnte. Einige sehen Apple Stores wirklich relativ ähnlich, bis hin zur Kleidung der Mitarbeiter. Andere sind unglaublich plump.

Um einen kleinen Eindruck davon zu geben, hier eine Auswahl als Fotogalerie:

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Wie funktioniert Kommunikation, Marketing und Werbung in China? Das ist eine der für mich spannendsten Fragen hier.
Ein Blick in die Werbewelt der chinesischen Großstadt:

Überall
Wer denkt, dass wir im Westen einer Reizüberflutung ausgesetzt sind, dem werden hier erst recht die Augen herausfallen.

Die überall vorhandenen Flat-Screens in Bussen sind hier nicht einfach dezent und still, nein die Werbung läuft in voller Audio-Lautstärke. Sie wird nur von den noch lauteren Handy-Gesprächen der Chinesen übertönt.

Kilometerlange Screens im U-Bahn Schacht: „Mitfahrende“ Werbung

Besonders beeindruckend sind die U-Bahn Werbungen: Mitfahrende Werbung durch kilometerlang aneinandergereihte Flatscreens.

Kommt man nach Hause und wartet im Stiegenhaus auf den Lift, wird man auch hier von Videoscreens bespaßt. In China wohnen eben so viele Menschen in einem einzigen Hochhaus, dass sich die Maßnahme wohl rechnet.

Auch im Lift geht es munter weiter. Nicht nur tonnenweise Plakate gibt es hier, sondern auch kleine an der Decke montierte Radios, die Tag aus Tag ein Werbung spielen. Nachdem wir im achten Stock wohnen, können wir die meisten Werbe-Telefonnummern nun schon auswendig auf chinesisch mitsprechen.

Im Lift geht die Werbung weiter. Mit Miniradio.

Schrill
Je schriller desto besser. Nachdem hier die Masse an Menschen ebenso wie die Masse an Werbung so gewaltig ist, versuchen Werber in China noch mehr als bei uns durch möglichst schrille und laute Werbung aufzufallen.

Sei es die Musik vor den kleinen Geschäften, wodurch man alle 3 Meter einem neuen Musikstil ausgesetzt ist, oder meine Lieblingsaktion: Chinesische Jungs und Mädels, die einfach vor dem Geschäft stehen und in die Hände klatschen. Die Effektivität davon lässt sich in Frage stellen…

Billig vs Hochglanz
Werbung von chinesischen Firmen wirkt einfach billig. Was ja wenig verwunderlich ist, soll sie ja die breite Masse ansprechen, die immer noch relativ geringe Einkommen hat.

Im Gegensatz dazu positionieren sich die internationalen Marken praktisch immer im Hochpreissegment, um die wachsende Reichenklientel anzusprechen. Ob eine Werbung von einer westlichen oder chinesischen Firma stammt, ist also auf den ersten Blick zu sehen.

Vor dem Lift in Wohnhochhäusern wird für Transformers geworben.

„Weiße“ Models
Nur ein Umstand könnte zur Verwirrung beitragen. Denn nicht nur internationale Konzerne setzen auf „weiße“ Models. Auch chinesische Firmen nutzen unglaublich oft das westliche Schönheitsideal der Chines(inn)en und fördern es damit noch weiter.

Fazit
Wie in so vielen anderen Bereichen in China treffen auch in der Werbelandschaft enorme Gegensätze aufeinander.
Auf der einen Seite findet man modernste Werbetechniken (siehe U-Bahn), die uns in Europa ziemlich alt aussehen lassen. Auf der anderen Seite wirken manche Werbungen plump und billig, wie bei uns in den 80ern. Riesige Werbeflächen von Gucci und Co stehen kleinen Händlern gegenüber, die ihre Wahlnüsse mit an Tonbänder angeschlossenen Mini-Megaphonen anpreisen.

Und von der digitalen Welt habe ich noch gar nicht geschrieben.

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Ich bin zwar schon in China, doch die vi knallgrau Studie, die ich gemeinsam mit FH Prof.  Gudrun Reimerth geschrieben habe, ist jetzt gerade online gegangen.

Wir haben gemeinsam mit der FH Joanneum 2.324 Postings von 100 Consumer und Retail Brands analysiert.
Spannende Erkenntnisse sind z.B.: Weniger Links, mehr Sonntag!

Alle Details, Infografik usw findet ihr auf dem vi knallgrau Blog: http://www.knallgrau.at/company/weblog/stories/vi-knallgrau-facebook-studie-consumer-retail-brands/

Studie: Welche Inhalte auf Facebook funktionieren

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Sponsored StoryVor wenigen Wochen hat Facebook etwas eingeführt, das mich als Social Media Consultant auf der einen Seite und als Privatperson auf der anderen, wieder einmal in eine Spannung bringt: „Sponsored Stories“ im Newsstream. Was eigentlich recht harmlos klingt, bedeutet einen Paradigmenwechsel in unseren Beziehungen. Ich erkläre hier mal, was ich meine.

Die Beziehungssteuerung von Facebook
Dass Facebook unsere Beziehungen prägt, in dem es durch den berühmten „Edge Rank“ bestimmt, welche Beiträge ich von welchen meiner Freunde im Newsstream erhalte, ist mittlerweile still akzeptierte Realität.

Klar, bei 396 Freunden kann mir nicht jedes Statusupdate dieser „Freunde“ gezeigt werden. Ich bin Facebook dafür dankbar, dass es intelligente Filtermechanismen entwickelt hat, um mir nur die relevantesten Updates zukommen zu lassen. Ob diese wirklich die relevantesten sind, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Bezahlte Freundschaften
Mit den neu eingeführten Sponsored Stories im Newsstream geht Facebook aber einen entscheidenden Schritt weiter. Unternehmen können nun dafür bezahlen, dass mir bestimmte Aktivitäten meiner Freunde auf Facebook angezeigt werden. Und das nicht nur (wie zuvor) am rechten Rand, wo auch die anderen Werbeanzeigen zu sehen sind, sondern direkt in meinem Newsstream, zwischen all den anderen Beiträgen meiner Freunde.

Wenn also zum Beispiel mein Freund Sepp die Fanpage von „Nike“ liked, etwas das für mich völlig irrelevant ist und sonst vermutlich nicht in meinem Newsstream angezeigt würde, erscheint der Beitrag trotzdem bei mir. Denn Nike hat dafür gezahlt.

Segen oder Fluch?
Wie am Anfang gesagt, mich bringt das in eine große Spannung. Denn als Consultant, aus Unternehmenssicht, ist diese neue Werbeform genial. Sie wirkt so gar nicht wie Werbung und ist gerade deshalb höchst wirksam. Wir wissen, dass Empfehlungen von Freunden weit einflussreicher sind als klassische Werbeanzeigen.

Doch als Nutzer finde ich diese Entwicklung höchst bedenklich. Auf einmal bestimmen Unternehmen mit, was und wie viel ich aus meinem Freundeskreis wahr nehme. Welche meiner Freunde präsent sind und welchen Eindruck ich von ihnen bekomme. Unternehmen greifen damit direkt in meine Beziehungen ein. Und, was ebenso schlimm ist, sie missbrauchen mich umgekehrt als Werbemittel

Dabei sind die aktuellen Entwicklungen sicher erst der Anfang. Google bietet mit Hilfe von Google+ seit einiger Zeit eine personalisierte Suche an, die mir nur Suchergebnisse zeigt, die von meinen Kontakten empfohlen werden. Wie viel Geld sich hier mit „Sponsoring“ machen ließe, ist schnell klar.

Facebook, Google & Co bestimmen also schon lange unsere Beziehungen. Und zunehmend werden das auch Unternehmen tun. Komisch finde ich eigentlich nur, dass das niemandem auffällt. Und dass sich niemand dagegen wehrt.

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iBooks AuthorVor einer Woche musste ich mich ärgern. Wieder einmal hat Apple alles verändert. Neben iBooks Schulbüchern veröffentlichte das Unternehmen aus Cupertino (hm, komisch nicht mehr über Steve Jobs in diesem Zusammenhang schreiben zu können) iBooks Author. Ein simples Programm um interaktive eBooks selbst erstellen zu können. Und vor allem: über den iBooks Store vertreiben zu können.

Allerdings scheint das kaum jemanden zu begeistern, einziges Thema in diesem Zusammenhang sind die überstrengen Lizenzbestimmungen von Apple.

Warum ich mich also geärgert habe? Weil iBooks Author heißt, dass ich meine schöne Geschäftsidee kübeln kann (die ich ohnehin nie umgesetzt hätte, aber eine schöne Idee war es eben doch).

Schon länger dachte ich mir im Stillen „Hm, die klassischen Verlage kapieren es wohl nicht, genauso wie die Musikindustrie vor 10 Jahren. Wenn ich jetzt viel Geld hätte und extrem auf Bücher stehen würde, würde ich meinen eigenen eBooks Verlag aufmachen und Leuten die Möglichkeit geben selbst Bücher zu veröffentlichen.“

Naja, gut, dass ich die Geschäftsidee nicht doch umzusetzen versucht habe, denn spätestens heute wäre ich ein armer Mann. Denn wer braucht ab sofort noch Verlage, wenn Apple mit seiner Marktmacht jedem selbst die Möglichkeit gibt, Bücher zu schreiben, zu erstellen und an einen weltweiten Markt zu verteilen?

Klar gab es schon vor iBooks Author ähnliche Programme, doch hat Apple eben den großen und feinen Vorteil, inzwischen ein gewaltiges Medien-Ökosystem aufgebaut zu haben.

Heißt das, Buchverlage sind tot? Nein, ich denke nicht. Doch wird es ihnen ähnlich wie den großen Medienhäusern gehen. Wenn man wirklich Qualitätsinformation und die Sicherheit eines großen Namens will, kauft man sich immer noch die FAZ oder liest den Spiegel online. Doch zugleich können heute immer mehr Blogger von ihrer Arbeit leben und werden inzwischen auch als entscheidender Teil der Medienlandschaft anerkannt.

Genauso werden in Zukunft viele (vor allem junge) Autoren die Chance nutzen, direkt via Apple’s iBooks Store zu publizieren und sich einen Namen zu machen. So wie angehende Stars à la Justin Bieber auf YouTube entdeckt wurden und sich erst einmal den langen Weg durchs Plattenlabel sparen konnten, so werden wir auch von Autoren lesen, die von Verlag wohl nie entdeckt worden wären.

Und manche Autoren werden vielleicht gleich gar nie bei einem Verlag unterschreiben und trotzdem einem Millionenpublikum ein Begriff sein. Apple’s überstrenge Lizenzbestimmungen hin oder her.

Vielleicht sollte ich also lieber ein Buch schreiben anstatt meinen eigenen Verlag zu gründen.

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Google+ Ripples ExampleMark Zuckerberg nannte Google+ kürzlich their own little version of Facebook. Auch viele andere sind überzeugt, dass sich der Suchriese gegen Facebook nie durchsetzen wird und fühlen sich durch das in letzter Zeit weniger rasante Wachstum des neuen Players bestätigt. Doch während manche schon den Abgesang anstimmen baut Google sein Social Network unbeirrt Schritt für Schritt aus – und damit tiefgreifend seine Strategie um, in der das eigene Social Network zu einem entscheidenden Asset wird.

Abgesehen von der immer stärkeren YouTube Integration wird das an 3 kleinen aber feinen Features sehr schön deutlich:

1. Autorenverknüpfung
Noch von vielen unbemerkt hat Google mit G+ seinen Suchergebnissen einen gewaltigen potentiellen Qualitätsschub verpasst, und das nicht nur durch den bekannten +1 Button. Denn indem Autoren nun ihre Inhalte mit ihren Google+ Profilen verknüpfen können, kann Google entsprechend originalen Inhalt verifizieren und damit bessere Suchergebnisse liefern. Autoren werden sogar in den Suchergebnissen direkt angezeigt, ein gewaltiger Personalisierungsschub. Wer also in Zukunft auf Google gefunden werden will, sollte besser auch in Google+ vertreten sein.
Eine Anleitung zum Verknüpfen gibt es hier.

2. Ripples
Die Stärke von Google in Analytics wird beim kleinen aber extrem spannenden Feature Ripples deutlich. Für alle Measurement Verantwortlichen ein Traum, kann man doch nun endlich den Trickle Down Effekt der eigenen Inhalte und wertvolle Reichweitenwerte messen. Auf Facebook wartete man bisher vergeblich auf ein solches für ein Social Network so logisches Feature.
Update: Und Ripples wird offenbar eine Rolle in Google AdWords spielen.

3. Search
Dieser Punkt klingt vielleicht nach „eh klar“, doch haben Sie jemals versucht in Facebook etwas zu finden? Ich nehme mal stark an ja und das heißt Sie sind mit höchster Wahrscheinlichkeit genauso frustriert davon gewesen wie ich. Ganz anders auf Google+. Google nutzt seine zentrale Stärke gekonnt und macht es einem eine Freude nach Pages, Inhalten und anderem im Network zu suchen. Und: Heute schon in der Testphase, wird man in Zukunft mit einem einfachen „+“ in der normalen Google Suche Brandpages finden können.

Googles Strategie ist es in erster Linie also nicht ein zweites Facebook zu bauen. Den Verantwortlichen geht es viel mehr darum, die Macht des Sozialen in all ihre Produkte zu integrieren und ein noch besseres Großes Ganzes zu schaffen. Google+ ist ein Tool, das alle Google Produkte vereinheitlicht, zusammenführt und mit einem Social Layer versieht. Es geht gewissermaßen um eine gemeinsame Identität für Google Nutzer.

Ob Google, wie selbst eigene Mitarbeiter bezweifeln, „social“ wirklich verstanden hat, bleibt abzuwarten. Jedenfalls ist das was wir jetzt sehen nur der Anfang.

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Loslassenn - Pull statt Push FührungsstilBetrachtet man die Expertenmeinungen zum Thema Leadership der letzten Jahre und Jahrzehnte, so ist ein Trend schon lange spürbar: Flachere Hierarchien, mehr Bottom-Up als Top-Down, ja selbst „Servant Leadership“ wurde hip.

Doch nichts hat die Art Unternehmen zu führen so verändert wie Social Media. Hat? Genau genommen befinden wir uns gerade mitten in diesem Prozess, viele Unternehmen und Organisationen haben dies nur noch nicht begriffen.

Es ist fast immer das gleiche Spiel: Unternehmen erkennen, dass dieses „Social Media Ding“ doch mehr als ein Hype ist und dass sie reagieren müssen. Eine Facebook Seite oder so ähnlich muss her.

Doch dann kommt die nächste erschreckende Erkenntnis. User können auf „meiner“ Facebook Page – auch kritisches! – posten. Sie können öffentlich lesbare Tweets an meinen Twitter Account senden. Und selbst wenn ich versuche Kritik zu unterbinden – bzw. gerade dann –  machen sie einfach weiter, meist auf einer Unzahl verschiedener Plattformen!

Noch schlimmer: Sogar meine Mitarbeiter können heutzutage der ganzen Welt etwas über mein Unternehmen erzählen. Die gute alte Ordnung, in der ein Unternehmenssprecher der einzige war, der für das Unternehmen sprechen konnte existiert nicht mehr.

Die Reaktion darauf: Panik. Regelwerke. Und verzweifelte Versuche, alt hergebrachte Kommunikationsmechanismen in einer veränderten Realität anzuwenden.Dass das nicht funktioniert ist nicht erst seit dem Nestlé Desaster bekannt.

Was bedeutet das nun für Führungskräfte? Zu allererst müssen sie verstehen lernen, dass die alte, einseitige Kommunikationsordnung nicht mehr funktioniert. „Brand Managment“ war gestern. Marken werden nicht mehr durch perfekt gestylte Massenkommunikation definiert, sondern durch User. John Sadowsky, Business Coach und Storytelling Experte bringt es auf den Punkt: „A brand today is defined by the stories the community tells about it.“

Anstatt dies als Tragik zu sehen, müssen sie die Möglichkeiten die damit einhergehen nutzen lernen. Es geht darum, Moderator und Begleiter der Community zu sein, welche die Marke definiert. Community Management statt Brand Management. Unternehmen, die ihre Kunden und anderen Stakeholder ernst nehmen, sie als wirkliche „Fans“ und „Friends“ betrachten, anstatt als Konsumenten, werden die Früchte davon ernten.

Statt Regelwerke für Mitarbeiter aufzubauen geht es darum, sie zu befähigen, zu schulen und darin anzuleiten positive Multiplikatoren für das Unternehmen zu sein. Dass Mitarbeiter die wichtigsten Aushängeschilder eines Unternehmens sind, ist nichts neues. Doch mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten bekommt dieser Umstand eine völlig neue Dimension. Social Media Governance ist das Wort der Stunde.

Plötzlich werden meine Mitarbeiter und sogar meine Kunden zu „Advocats“, zu Führsprechern, die unbezahlbar glaubwürdiger sind als jede Werbebotschaft.

Loslassen bedeutet dabei nicht, jegliche Richtung, jegliche Strategie aufzugeben, im Gegenteil. Es bedeutet vielmehr strategisches Denken flexiblen Bedingungen anzupassen, moderierend zu leiten, ehrlich zu sein, Menschen zu vertrauen und sie so zu motivieren. Pull statt push. Jessica Stephens von Filofax nennt es „taking controle by letting go“. Schlussendlich geht es darum, durch Loslassen die neuen kommunikativen Rahmenbedingungen als noch nie dagewesene Chance zu begreifen.

Mehr zum Thema Social Media Governance auch in meinem Beitrag am Virtual Identity Blog.

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Google Drive and Google Plus profile„The cloud“, this weird creature from the Internet, is still a foreign word to most users. It is not tangible enough for many while they are not realizing they have been using it already for years – Gmail, Flickr, YouTube, to name only three.

For a while though it looked like the big market players did not understand the cloud either. Well, it was pretty likely they were working on something, but Apple’s MobileMe was not very persuasive, Microsoft seemed to be on the wrong track anyways and even the Google products such as Google Docs were working far below their potential.

When DropBox arrived I was incredibly relieved. Finally! I was waiting for a simple service like this for years.

Meanwhile Apple has announced its promising iCloud. Although you might think about music first when it comes to iCloud, it is much more. At the end it will be the glue that will hold the Apple universe together, from iPhone to iPad, from iTunes to iBooks.

But what about Google? For years the geek world was speculating about the “GDrive”. Now, finally the waiting seems to be over. Clues like the word “drive” in source codes were coming together and recently I found evidence seeing it for a few seconds on a Google event. Techcrunch and the rest of the blogosphere was sure: We finally know how the Google Drive will look like and it will come soon.

Very important, it looks like it will be integrated into the overall Google experience, making Google Docs to a real drive in the cloud.

What I find most promising: The opportunities that open up with Google’s new social asset Google+. Because what most tech companies still do not seem to understand is that social connection is the real killer component that needs to be integrated in a cloud service.

Facebook just recently showed the world again how social works. With Timeline you can finally unfold the real potential of apps by integrating them into your social network. Until now apps had social functions to a certain extend, for example when you could share content to your network by liking it. But now they become social themselves. You might do your workout with the Nike app, your friend is seeing this on Facebook and starts using the app himself, joining you in your effort to get in shape.

So if Google is smart, they will integrate Google Drive and Google Plus in a way that really unfolds the potential of a cloud drive. Then we might listen to our music stored on Google Drive together with our friends, use hangouts while working on the same documents and select the set of vacation pictures for our Google+ accounts from our common GDrive folder, while being on the other side of the world.

Maybe this time a company has really understood the cloud.

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