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Copyright Flickr Evgeny BelikovWarum nicht Facebook & Co für uns definieren dürfen was wahr ist.

Kein Tag vergeht, an dem in den Medien nicht über „Fake News“ gesprochen wird. Der Anglizismus des Jahres 2016 ist mehr denn je in aller Munde. Ganz unabhängig von den berühmten „alternativen Fakten“ von Trumps Beraterin Kellyanne Conway, sind Fake News tatsächlich ein breites Problem in unserer digitalen Gesellschaft geworden, darüber sind sich die meisten Medienexperten einig.

Doch vielleicht gibt es noch ein größeres Problem als Fake News selbst: Der sich nun abzeichnende Umgang damit.

Continue reading Fake News: Wer definiert nun die Wahrheit?

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Gefälschter Apple Store in China.

Gefälschter Apple Store in China.

Nein, ich spreche nicht von Kleidung, Spielzeugen oder anderen gebrauchten Gegenständen. Ich spreche von unseren christlichen Werten in Europa.

Gerade wird erstmals in China gegen ein ehemaliges Mitglied des Politbüros vorgegangen. Zhou Yongkang, der ehemalige Chef des mächtigen internen Sicherheitsapparats, steht unter Korruptionsverdacht.

Der Kampf gegen Korruption ist inzwischen bekanntlich zur Chefsache der Führung in Peking geworden. Doch wird Xi Jinping diesen Kampf gewinnen können? Ich bezweifle es. Continue reading Was wir wegwerfen – und man in China dringend sucht

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Wie funktioniert Kommunikation, Marketing und Werbung in China? Das ist eine der für mich spannendsten Fragen hier.
Ein Blick in die Werbewelt der chinesischen Großstadt:

Überall
Wer denkt, dass wir im Westen einer Reizüberflutung ausgesetzt sind, dem werden hier erst recht die Augen herausfallen.

Die überall vorhandenen Flat-Screens in Bussen sind hier nicht einfach dezent und still, nein die Werbung läuft in voller Audio-Lautstärke. Sie wird nur von den noch lauteren Handy-Gesprächen der Chinesen übertönt.

Kilometerlange Screens im U-Bahn Schacht: „Mitfahrende“ Werbung

Besonders beeindruckend sind die U-Bahn Werbungen: Mitfahrende Werbung durch kilometerlang aneinandergereihte Flatscreens.

Kommt man nach Hause und wartet im Stiegenhaus auf den Lift, wird man auch hier von Videoscreens bespaßt. In China wohnen eben so viele Menschen in einem einzigen Hochhaus, dass sich die Maßnahme wohl rechnet.

Auch im Lift geht es munter weiter. Nicht nur tonnenweise Plakate gibt es hier, sondern auch kleine an der Decke montierte Radios, die Tag aus Tag ein Werbung spielen. Nachdem wir im achten Stock wohnen, können wir die meisten Werbe-Telefonnummern nun schon auswendig auf chinesisch mitsprechen.

Im Lift geht die Werbung weiter. Mit Miniradio.

Schrill
Je schriller desto besser. Nachdem hier die Masse an Menschen ebenso wie die Masse an Werbung so gewaltig ist, versuchen Werber in China noch mehr als bei uns durch möglichst schrille und laute Werbung aufzufallen.

Sei es die Musik vor den kleinen Geschäften, wodurch man alle 3 Meter einem neuen Musikstil ausgesetzt ist, oder meine Lieblingsaktion: Chinesische Jungs und Mädels, die einfach vor dem Geschäft stehen und in die Hände klatschen. Die Effektivität davon lässt sich in Frage stellen…

Billig vs Hochglanz
Werbung von chinesischen Firmen wirkt einfach billig. Was ja wenig verwunderlich ist, soll sie ja die breite Masse ansprechen, die immer noch relativ geringe Einkommen hat.

Im Gegensatz dazu positionieren sich die internationalen Marken praktisch immer im Hochpreissegment, um die wachsende Reichenklientel anzusprechen. Ob eine Werbung von einer westlichen oder chinesischen Firma stammt, ist also auf den ersten Blick zu sehen.

Vor dem Lift in Wohnhochhäusern wird für Transformers geworben.

„Weiße“ Models
Nur ein Umstand könnte zur Verwirrung beitragen. Denn nicht nur internationale Konzerne setzen auf „weiße“ Models. Auch chinesische Firmen nutzen unglaublich oft das westliche Schönheitsideal der Chines(inn)en und fördern es damit noch weiter.

Fazit
Wie in so vielen anderen Bereichen in China treffen auch in der Werbelandschaft enorme Gegensätze aufeinander.
Auf der einen Seite findet man modernste Werbetechniken (siehe U-Bahn), die uns in Europa ziemlich alt aussehen lassen. Auf der anderen Seite wirken manche Werbungen plump und billig, wie bei uns in den 80ern. Riesige Werbeflächen von Gucci und Co stehen kleinen Händlern gegenüber, die ihre Wahlnüsse mit an Tonbänder angeschlossenen Mini-Megaphonen anpreisen.

Und von der digitalen Welt habe ich noch gar nicht geschrieben.

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Dieses Jahr hatte ich wieder die Gelegenheit am Willow Creek Association Global Leadership Summit teil zu nehmen.

Vom Blogger-Guru Seth Godin, über den für seinen Kampf gegen Kriminalität berühmten Bürgermeister von Newark, Cory Booker, bis hin zu Mama Maggie Gobran, der Mutter Theresa von Ägypten – die Liste der beeindruckenden Redner war auch dieses Jahr lang.

Der einzige Wehrmutstropfen schien, dass Howard Schultz, CEO von Starbucks kurzfristig absagte. Doch statt ihm sprach nun Patrick Lencioni, CEO des Consulting Unternehmens The Table Group, dessen Vortrag mir in besonderer Erinnerung blieb.

Das Thema: „Getting Naked“. Nein, sein gleichnamiges Buch hat keine Bilder. Es geht um die Kraft, die darin steckt, sich verletzlich zu machen. Nicht darum, dumm und naiv jedem Menschen seine innersten Gefühle und Gedanken preis zu geben, sondern um das Business-Prinzip offen, ehrlich und authentisch zu sein.

Nicht nur mit seinem Unternehmen hat er die Erfahrung gemacht, dass „getting naked“ entscheidend für den Erfolg von Organisationen ist. Trotzdem sträuben wir Menschen uns meist dagegen, und zwar aus drei Hauptgründen:

1. Die Angst unser Business/unseren Job zu verlieren.

Die Alternative dazu nennt Lencioni Terminal Niceness. Was bringt es einem, wenn man immer auf der sicheren Seite ist, dabei aber das Leben an einem vorüber geht und man großartige Gelegenheiten nicht wahrnimmt?

2. Die Angst sich zu blamieren

Lencioni’s Tip: Celebrate your mistakes! Du bist in einem Meeting und verstehst etwas nicht? Dann bist du meistens nicht alleine. Andere sind dir unheimlich dankbar, wenn du den Mut hast „dumme“ Fragen zu stellen, die sie sich nur selbst nicht getraut hatten zu äußern.

3. Die Angst, sich unterlegen zu fühlen

Wahre Größe sieht Lencioni in Demut. Das bedeutet nicht, den Schwanz einzuziehen und sich klein zu machen. Ganz im Gegenteil. Steven Furtick, einer der anderen Redner am Summit, nennt es „Confident Humility“. Es braucht Selbstbewusstsein um De-Mut zu leben.
Und der Austrialier John Dickson, Lencioni’s Vorredner bringt es so auf den Punkt: Humility is to hold your power in service for others.

Lencioni weist darauf hin, dass der Getting Naked Ansatz risikoreich ist und nicht immer erfolgreich sein muss. Zumindest kurzfristig.

Doch seine Erfahrung und die unzähliger anderer Leadership Größen (etwa GE’s Jack Welch oder Southwest Airline’s Gary Kelly, um nur zwei zu nennen) zeigt, dass es nicht nur der langfristig beste, sondern auch einfach der richtige ist.

Wer mehr wissen will, dem sei das geniale Buch von Patrick Lencioni wärmstens empfohlen:

 

 

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Libyen KroneDie letzten Wochen waren erschütternd, im wahrsten Sinne des Wortes. Zuerst Libyen, dann Japan, einfach schockierend, jedes Ereignis auf seine Weise. Doch noch etwas anderes hat mich schockiert. Der erneute, aber diesmal besonders deutliche Beweis, dass wir Menschen und unsere Medien offenbar nur mit einer Katastrophe auf einmal umgehen können.

Die wohl einzige Person auf dieser Welt, die sich über das Beben in Japan gefreut hat, heißt Gaddafi. Denn mit einem Schlag war die Aufmerksamkeit, die zuvor fast ausschließlich auf ihm gelegen hatte, abgelenkt. Und zwar Kronenzeitung Japanvollkommen. Es war so, als ob es die Krise in Nordafrika nie gegeben hätte. So tragisch die Ereignisse in Japan auch waren und so verständlich es ist, dass im ersten Moment der „Breaking News“ alle Augen auf den Fernen Osten gerichtet wurden, so erschreckend war es doch zu sehen, dass noch tagelang oft nicht einmal eine Erwähnung der Libyen-Krise in den Nachrichten zu verzeichnen war. Der ORF versuchte sich vielleicht das eine oder andere mal mit einer beinahe entschuldigenden Meldung à la „achja, und in Libyen rücken Gaddafis Truppen weiter vor“ zu retten, doch wirklich tragisch schienen die Ereignisse in Nordafrika nicht zu sein.

Erst mit der UNO-Resolution kam wieder Leben in die Medienberichterstattung rund um das Drama am Mittelmeer. Nur Stunden später, und die Rebellen wären wohl von Gaddafis Armee dahingemetzelt worden. Doch was passierte dann? Plötzlich schien in Japan wieder alles so halbwegs ok zu sein. Super-Gau hin oder her, man hatte sich offenbar daran gewöhnt, nun ging es wieder in Nordafrika zur Sache.

Das Ganze ist ein Paradebeispiel für die berühmte Frage „Wieso passiert immer so viel, wie in die Zeitung reinpasst?“ Traurig, dass wir kein bisschen Multitasking-fähig sind. Und gut, dass offenbar nie drei Mega-Krisen auf einmal passieren, oder?

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Wer meine „About“ page aufmerksam gelesen hat, weiß, dass die Bibel mein Lieblingsbuch ist. Sie steckt voller Weisheiten und es ist spannend zu sehen, wie viel man von dem was schon vor tausenden Jahren aufgeschrieben worden ist, heute in Business-Büchern und Experten-Blogs lesen kann. Dabei geht es vor allem um Werte, die als Grundlagen für modernes Management essentiell sind.

So liest man etwa den neuen Bestseller von Jim Collins und bekommt nun wissenschaftlich nachgewiesen, dass Demut der zentrale Erfolgsfaktor einer Führungskraft ist: Collins hat in einer umfangreichen Studie herausgefunden, dass einer der Hauptgründe dafür, warum viele großartige Unternehmen untergehen, sogenannter „Hubris“ (Überheblichkeit) ist. Siehe auch mein Artikel über Apples Antennen-Problem.

Collins nennt die wirklich herausragenden Führungspersonen „Level 5 Leaders“. Was diese Personen im Gegensatz zu anderen guten Führungskräften auszeichnet ist Demut. Sie leben nicht für sich selbst, sondern für etwas „beyond themselves“. Es geht ihnen nicht um sich, sondern um das größere Ganze.

Ich kann die beiden Bücher von Collins „Good to Great“ und „Why the mighty fall“ jedenfalls nur empfehlen. Wer nicht die Zeit hat ein ganzes Buch zu lesen, kann sich zumindest hier einige Videos ansehen, in denen Collins seine Forschungsergebnisse etwas erklärt.

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